Wir möchten auf eine Vortragsreihe der Rosa-Luxemburg Stiftung Thüringen in Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungsbeirat der RLS Thüringen verweisen, die in unserem Kampagnenzeitraum durch Thüringen tourt:

[16. Oktober, Weimar]

Vortrag: Links gleich Rechts. Die Überdeckung der Erkenntnismöglichkeiten der Totalitarismustheorie durch ihre politische Instrumentalisierung.

Die Gleichsetzung von Stalinismus, Faschismus und teilweise auch Nationalsozialismus hat ihren Ursprung in den 1930er, als Phänomene wie politische Massenbewegungen, Schauprozesse und Lagersysteme erstmalig, jedoch zugleich in unterschiedlichsten Ländern wie in Italien, Deutschland und der Sowjetunion in Erscheinung traten. Gleichwohl erfuhr die Totalitarismustheorie ihre höchste Resonanz erst zu den Hochzeiten des Kalten Krieges und nach dem Zusammenbruch des Ostblockes 1989/90.
Die Gleichzeitigkeit von realpolitischen Ereignissen mit der Dominanz der Totalitarismustheorie in gesellschaftlichen Diskursen verweist auf ihre politischen Funktionen: Mit dem in Deutschland nach 1945 gepflegten antitotalitären Konsens ließen sich die historische Schuld am Holocaust und 2.Weltkrieg überdecken sowie weiter bestehende Ideologiefragmente des Nationalsozialismus ignorieren. Zudem diente die Gleichsetzung dazu, die realsozialistischen Staaten und zugleich alle politischen Bewegungen innerhalb Deutschlands, die sich gegen den kapitalistischen Status quo wendeten, zu delegitimieren. Die offenkundige Instrumentalisierung der Theorien in politischen Auseinandersetzungen führt aber in der Linken häufig dazu, dass die Frage nach ihren kritischen Erkenntnisperspektiven nicht mehr gestellt wird. Daher ist die Beschäftigung mit Ansätzen sinnvoll, die innerhalb der heterogenen Landschaft der Totalitarismustheorien ein genaueres Verständnis von Faschismus, Nationalsozialismus und Stalinismus als unterschiedliche Phänomene einer Epoche erlauben.

Referenten: Sarah Uhlmann und Uli Schuster (Gruppe INEX)

Zeitraum/Ort: Dienstag den 16. Oktober // 19.00Uhr // DIE LINKE Apolda- Weimar // Marktstraße 17 // Weimar

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[19. Oktober, Erfurt]

Vortrag: Extremismuskunde – der Geheimdienst als Bildungsakteur.

Zunehmend tritt der Verfassungsschutz als Akteur in der politischen Bildungsarbeit auf. Grundsatz des geheimdienstlichen „Informationsdienstes“ ist der Extremismusansatz. Was an Schulen und in Weiterbildungsangeboten als objektive Aufklärung daherkommt ist so selbst Teil umstrittener Vorstellungen von Demokratie und ihren Feinden. Die Vermittlungsarbeit staatlicher „Demokratielotsen“ reproduziert nicht nur falsche Auffassungen über die gesellschaftliche Verankerung des Neonazismus, sondern versucht sich an der Festschreibung einer staatsfixierten Vorstellung von politischer Mitbestimmung. Demgegenüber vermittelt die praktische Kritik der Extremismuskunde tatsächlich demokratisches Bewusstsein.

Referent: Uli Schuster (Gruppe INEX)

Zeitraum/Ort: Freitag den 16. Oktober // 19.00Uhr // RedRoXX – offenes Jugendbüro // Pilse 29 // Erfurt.

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[20. Oktober, Pößneck]

Vortrag: Wie viel Demokratie verträgt die fdGO?

In den Auseinandersetzungen über die so genannten Extremismusklauseln beziehen sich Befürworter_innen aber auch Gegner_innen positiv auf die freiheitliche demokratische Grundordnung (fdGO). Doch welches demokratische Potential steckt tatsächlich in diesem Begriff, der ideelle und politische Kernprinzipien der hiesigen Gesellschaftsordnung festschreiben soll? Welche Grundsätze beschreibt der Begriff überhaupt und inwiefern lassen sich diese für eine Kritik undemokratischer Vorstellungen nutzen? Ausgehend von der aktuellen Debatte über den Extremismusbegriff sollen historische und gegenwartsbezogene Probleme eines emphatischen fdGO-Bezugs zur Diskussion gestellt werden.

Referent: Uli Schuster (Gruppe INEX)

Zeitraum/Ort: Samstag den 20. Oktober // 17.30Uhr // Pößneck Alternativer Freiraum e.V. //Ernst-Thälmann-Straße 35 // 07381 Pößneck

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[23. Oktober, Suhl]

Vortrag: Lehre aus der Geschichte? Die Erfindung der Extremismustheorie nach 1945

In Verfassungsschutzberichten oder Sozialkundelehrbüchern heißt es oft, dass die »streitbare Demokratie« wie wir sie heute kennen, also die Fokussierung des Staatsschutzes auf die politischen Aktivitäten »links- und rechtsextremer« Organisationen, den »Vätern des Grundgesetzes« nach dem Zweiten Weltkrieg als die einzig logische »Lehre aus der Geschichte« erschienen sei. Der Vortrag wird diese oft aufgestellte, aber nur selten hinreichend belegte Behauptung hinterfragen und so zu einer historischen Kritik des Exremismusbegriffes beitragen.
Referent: Dr. des. Dominik Rigoll vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller- Universität Jena

Zeitraum/Erfurt: Dienstag den 23. Oktober // 19.00Uhr // Jugendschmiede Suhl // Bahnhofstraße 16a // Suhl

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[25. Oktober, Saalfeld]

Vortrag: Die Politisch motivierte Kriminalität.

Politisch motivierte Kriminalität kann als kontinuierlich bearbeitetes Aufregerthema bezeichnet werden. Die Datengrundlage die dieses Bedrohungsszenario stützt wird meist von staatlichen Behörden generiert und der Öffentlichkeit zu Verfügung gestellt. Die Referentin beleuchtet in ihrem Vortrag wie in Deutschland Daten zu politisch motivierter Kriminalität erhoben werden und warum die Sammlungen wenig über die soziale Wirklichkeit aussagen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Konstruktion und Skandalisierung der „Gefahr von links“ durch Behörden, Medien und Politik gelegt.

Referentin: Suse Feustel

Zeitraum/Ort: Donnerstag der 25. Oktober // 18.00Uhr // Jugend- und Wahlkreisbüro Haskala // Saalstraße 38 // Saalfeld

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[26. Oktober, Jena]

Vortrag: Die Politisch motivierte Kriminalität.

Politisch motivierte Kriminalität kann als kontinuierlich bearbeitetes Aufregerthema bezeichnet werden. Die Datengrundlage die dieses Bedrohungsszenario stützt wird meist von staatlichen Behörden generiert und der Öffentlichkeit zu Verfügung gestellt. Die Referentin beleuchtet in ihrem Vortrag wie in Deutschland Daten zu politisch motivierter Kriminalität erhoben werden und warum die Sammlungen wenig über die soziale Wirklichkeit aussagen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Konstruktion und Skandalisierung der „Gefahr von links“ durch Behörden, Medien und Politik gelegt.

Referentin: Jennifer Stange

Zeitraum/Ort: Freitag den 26. Oktober // 20.00Uhr // Junge Gemeinde Stadtmitte // Johannisstraße 14 // Jena

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[29. Oktober, Jena]

Vortrag: Lehre aus der Geschichte? Die Erfindung der Extremismustheorie nach 1945

In Verfassungsschutzberichten oder Sozialkundelehrbüchern heißt es oft, dass die »streitbare Demokratie« wie wir sie heute kennen, also die Fokussierung des Staatsschutzes auf die politischen Aktivitäten »links- und rechtsextremer« Organisationen, den »Vätern des Grundgesetzes« nach dem Zweiten Weltkrieg als die einzig logische »Lehre aus der Geschichte« erschienen sei. Der Vortrag wird diese oft aufgestellte, aber nur selten hinreichend belegte Behauptung hinterfragen und so zu einer historischen Kritik des Exremismusbegriffs beitragen.
Referent: Dr. des. Dominik Rigoll vom Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller- Universität Jena

Zeitraum/Ort: Montag den 29. Oktober // 19.00Uhr // Campus Universität // Jena